Rehabilitation
Beschwerden wie Atemnot und Husten schränken Betroffene im Verlauf der Erkrankung zunehmend ein. Der Krankheitsverlauf ist individuell und lässt sich nicht vorhersagen. Auch wenn die Krankheit nicht heilbar ist und ihr Fortschreiten nicht aufgehalten werden kann, können Maßnahmen wie eine Rehabilitation den Betroffenen helfen, trotz der Einschränkungen ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen.
Die pneumologische Rehabilitation ist eine Therapieform für alle Stadien der Erkrankung. Sie verbessert nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern stärkt auch das Selbstvertrauen, fördert das Verständnis für die Krankheit und erhöht die Lebensqualität. Eine rechtzeitige Rehabilitation kann zudem Berufsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit hinauszögern.
Darüber hinaus lernen die Betroffenen in der Rehabilitation den bewussten Umgang mit ihrer Erkrankung im Alltag. Dazu gehören unter anderem Atemtechniken, der richtige Einsatz von Medikamenten sowie der Aufbau körperlicher Aktivität im individuellen Leistungsbereich. Auch psychische Belastungen, die häufig mit chronischen Lungenerkrankungen einhergehen, werden berücksichtigt und durch gezielte Unterstützung begleitet. Ziel der Rehabilitation ist es, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben zu fördern.
Das ganzheitliche Programm (siehe Abbildung) hilft, die Erkrankung besser zu verstehen und aktiv zu bewältigen.
Ein wichtiger Bestandteil der Reha ist die Trainingstherapie. Die körperlichen Übungen sind fordernd, aber stets auf die individuellen Möglichkeiten abgestimmt. Dabei wird die Sauerstoffsättigung in Ruhe und bei Belastung kontinuierlich überprüft.
Therapieziele werden zu Beginn der Rehabilitation abgesprochen und am Ende überprüft. Übungen und Verhaltensänderungen für zuhause helfen, den körperlichen Zustand möglichst lange zu erhalten.
Einfache Wege zur Reha
Wenn Sie eine Reha beantragen oder durchführen möchten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
Sie sind aufgrund Ihrer Erkrankung in Ihren „alltagsrelevanten Aktivitäten“ beeinträchtigt – und zwar nicht nur vorübergehend. Das trifft in jeder Phase der Lungenfibrose zu.
Sie sind belastbar und motiviert für die pneumologische Reha.
Sie müssen das Rehabilitationsziel erreichen können: Alltagsrelevante Beeinträchtigungen sollen vermindert werden.
Wer hat Anspruch auf eine Reha – und wie wird sie beantragt?
Der Anspruch auf Reha ist im deutschen Renten- und Krankenversicherungsrecht für Patient:innen mit chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane, die Krankheitsfolgen aufweisen, klar geregelt. Eine Reha-Maßnahme kann grundsätzlich alle 4 Jahre (in begründeten Fällen auch öfter) bewilligt werden. Eine Reha kann von der Lungenfachärztin/ dem Lungenfacharzt oder der Hausärztin/dem Hausarzt verordnet werden.
Wichtig für den Genehmigungsprozess eines Reha-Antrages ist es, dass daraus Ihre Defizite im Alltagsleben, Ihre Motivation und Ihre Ziele deutlich werden.
Am einfachsten ist die Beantragung einer Anschluss-Heilbehandlung nach einer stationären Krankenhausbehandlung. Das übernimmt in der Regel das Krankenhaus.
Was tun bei Ablehnung – und welche Rechte haben Patienten?
Wenn der Reha-Antrag abgelehnt wird, lohnt sich gewöhnlich ein Widerspruch, der sich dann auf die Ablehnungsgründe beziehen sollte. Rehabilitations-Maßnahmen finden in Deutschland leider fast ausschließlich stationär statt. In anderen europäischen Ländern z.B. Schweiz und England gibt es bereits gut organisierte ambulante Reha- Programme.
Als Patient haben Sie ein Wunsch- und Wahlrecht hinsichtlich einer geeigneten Reha-Klinik! Davon sollten Sie möglichst Gebrauch machen. Es sind aber nicht alle gesetzlichen Kassen mit allen Reha-Kliniken unter Vertrag, sodass es sein kann, dass Ihrem Wunsch nicht entsprochen werden kann.
Reha und private Krankenversicherung: Auf den Tarif kommt es an
Die genauen Leistungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) hängen stark vom individuellen Tarif ab und es gibt sehr große Unterschiede. Es ist wichtig, die Versicherungsbedingungen zu kennen und nachzufragen. Meistens ist die Rehabilitation teilweise oder in der Versicherung enthalten und die Patienten müssen einen Teil oder alles selbst bezahlen.
Oft stehen für eine Genehmigung der Reha bürokratische Hürden und amtliche Ausflüchte im Weg, die Patienten entmutigen kann. Der Verein setzt sich dafür ein, dass der Zugang zur Reha für Patienten mit Lungenfibrose transparenter und leichter wird.


